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Geschichtlicher Hintergrund zu „Barock am Rhein“

 

 

 

Zur Zeit des Kurfürsten

 

 

 

 

Wenn sich der historische Neuwieder Stadtteil Engers mit großen rot-goldenen Tüchern schmückt, historische Fahnen aufzieht und viele Gestalten in edlen barocken Gewändern über das Festgelände flanieren, dann hat Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen seinem Volk wieder ein Fest beschert, das die Gäste zurückversetzt in das bedeutsame Jahr 1794.

In seinem barocken Schloss Engers lädt der Kurfürst zum illustren Frühmahl, zu prächtigen barocken Konzerten im Saal der Diana und in das Rund des Schlosshofes. Auf der Bühne erleben die Zuschauer eines seiner berühmten Feste zu Ehren seiner französischen Neffen, denn er ist der Onkel des Königs von Frankreich, Ludwig XVI. und an seinen Hof ist fast der gesamte französische Hofadel vor den Wirren der Revolution geflohen.

Die Neffen wollen eine Gegenrevolution ins Leben rufen und der Kurfürst soll das Geld hierfür bereitstellen. Doch Napoleon ist bestens informiert. Er schickt seine Sambre-Maas-Armee an den Rhein und Kurfürst, sein Gefolge, die Neffen und die Adeligen müssen (gespielt am zweiten Tag des Festes) die Flucht antreten, wenn von fern die Marseillaise ertönt und französische Truppen unter General Francois Severin Marceau-Desgraviers gegen Schloss und Bewohner vorrückt. Auch wenn die Kurfürstengarde in einer verzweifelten Aktion versucht, die Truppen am Schlosstor noch aufzuhalten, sind die Angreifer doch so stark, dass sie das Schloss in Besitz nehmen können und auch in Engers werden Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verkündet und ein Freiheitsbaum gepflanzt.

Aber es gibt noch mehr Historie an diesen beiden Tagen in Neuwied-Engers zu erleben. Der Engerser Schultheiß muss wieder einmal zu Gericht sitzen. Drei „schwerwiegende“ Fälle aus dem Ortsgeschehen sind abzuarbeiten. Und er hat da so seine eigenen Methoden und lässt sich dabei von seinem Magistrat auch nicht reinreden.

Und weil im Ort Engers seit der Pest im Jahre 1662 bis heute in jedem Jahr am Namenstag des hl. Sebastian eine Prozession zur damals errichteten Pestkapelle abgehalten wird, hat man zu Ehren des Kurfürsten (am ersten Tag des Festes) auch wieder eine solche Pestprozession inszenieret und sie in ihrer Ausgestaltung ins Mittelalter zurückverlegt. In einer Spielszene werden die Besucher auf das Ereignis vorbereitet, Kurfürst und Hofstaat nehmen auf der Ehrentribüne Platz. Dumpfe Trommeln führen die Prozession an, in der das Volk mit Kerzen und Fahnen, mit Leiterwagen voller Pestkranken und begleitet von schaurigen Gesängen zur Pestkapelle zieht. Auch der Kurfürst schließt sich dem Zug an und stellt in der Kapelle eine große Kerze auf.

Zwei Tage Kultur und Geschichte bei ‚Barock am Rhein‘, in und um Schloss Engers. Hochkarätige barocke Konzerte im Schloss und als Open-Air-Veranstaltung auf der Bühne im Schlosshof. Die Künstler meist selbst in barocken Kostümen. Opern-Comedy, barocke Kirchenkonzerte, Gaukler, Musikanten, Stelzenläufer und ein großer Handwerkermarkt mit darstellendem altem Handwerk. Eine Zeitreise, bei der den Besuchern die Geschichte lebendig vor Augen geführt wird, umrahmt von einem prachtvollen Festgelände und einer fast pausenlosen Unterhaltung.

Geplant und durchgeführt wird dieses größte rheinland-pfälzische Barockfest vom Kultur- und Heimatverein ENGERSER CONVENT, zusammen mit der Landesstiftung ‚Villa Musica‘, dem Kultursommer Rheinland-Pfalz und der Stadt Neuwied. (www.engerserconvent.de)

    

Schloss Engers

Unmittelbar am Rhein liegt das spätbarocke Schloss Engers im gleichnamigen Neuwieder Stadtteil.

Johann Philipp von Walderdorff, Kurfürst und Erzbischof von Trier, liess es in den Jahren 1759 – 1764 als Jagd-, Lust- und Sommerschloss anstelle der dort befindlichen mittelalterlichen Burg Kunostein erbauen. Kein Geringerer als der Baumeister Johannes Seiz, Meisterschüler von Balthasar Neumann, war mit der Planung der Umgestaltung beauftragt.

Das auch noch heute gut erhaltene Schloss wurde unter Mitwirkung von Stukkateur Michael Eytel, dem Maler Januarius Zick und dem Bildhauer Ferdinand Dietz ausgeschmückt.

Johann Philipp von Walderdorff nutzte das Schloss hauptsächlich in der Jagdsaison September/Oktober und hielt sich dann auch mit seinem Hofstaat in Engers auf. Nach seinem Tod 1768 ging das Barock-Schloss über in den Besitz des letzten Trierer Kurfürsten und Erzbischofs, Clemens Wenzeslaus von Sachsen (1739 - 1812), der auch im Mittelpunkt des Historienspiels steht.  

Kurfürst Clemens Wenzeslaus war nach seiner Flucht aus dem Rheinland vor den französischen Revolutionstruppen faktisch noch Herr über Schloss Engers bis ins Jahr 1803, als infolge des Reichsdeputationshauptschlusses das Kurfürstentum Trier aufgelöst wurde.

Nach unterschiedlichen Nutzungen als Sommerresidenz der Fürsten von Nassau-Weilburg, als preussische Kriegsschule 1862 – 1914, Reserve-lazarett während des 1. Weltkrieges, Heim-, Heil- und Lehranstalt für Körperbehinderte, sowie Orthopädischer Klinik, wurde das Gebäude im Jahre 1990 vom Land Rheinland-Pfalz übernommen und beheimatet nach umfangreicher Renovierung nun die Landesstiftung Villa Musica.

Die Landesstiftung nutzt jetzt das Schloss als Akademie für Kammermusik zur Ausbildung junger Musiker und in den Sälen finden regelmässig Musikaufführungen statt.  

Engerser Convent e.V. | Info@EngerserConvent.de